»Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile ~
~ oder doch nur Illusion?
DIE IDEE VOM WIRKENDEM !
Kant
Alles, was die Natur selbst anordnet, ist zu irgendeiner Absicht gut. Die ganze Natur überhaupt ist eigentlich nichts anderes, als ein Zusammenhang von Erscheinungen nach Regeln; und es gibt überall keine Regellosigkeit.
Goethe
"Dass es doch wohl noch eine andere Weise geben könne die Natur nicht gesondert und vereinzelt vorzunehmen, sondern sie wirkend und lebendig, aus dem Ganzen in die Teile strebend darzustellen".
Da alle Erscheinungen nur Daseinsweisen dieser einen Substanz sind, gilt es für den Naturforscher das Gemeinsame, von dem, was nur scheinbar getrennt dasteht, zu finden.
Steiner
Für Goethe gibt es nur eine Quelle der Erkenntnis, die Erfahrungswelt, in welcher die Ideenwelt eingeschossen ist. Für ihn ist es unmöglich, zu sagen: Erfahrung und Idee, weil ihm die Idee durch die geistige Erfahrung so vor dem geistigen Auge liegt, wie die sinnliche Welt vor dem physischen.
Könnte es sein das diese Substanz (oder die Fortwirkung des gemeinsamen Ursprungs) ein Nichts ist?
Nagarjunas Antwort auf einen Kritiker
Wegen der Leerheit deiner Rede ist deine Rede wesenlos.
Mit deiner wesenlosen Rede ist aber eine Widerlegung
des Wesens der Dinge nicht möglich."
Das abhängige Entstehen der Dinge ist nämlich ihre Leerheit.
Wieso? Wegen ihrer Wesenlosigkeit.
Dinge, welche abhängig entstanden sind,
sind ohne eigenes Wesen, weil ihnen ein eigenes Wesen fehlt.
Wieso? Weil sie von den Gründen und Ursachen abhängig sind.
Wenn die Dinge einem eigenen Wesen nach bestünden,
dann würden sie auch ohne Rücksicht auf Gründe und Ursachen bestehen.
Das ist aber nicht der Fall.
Daher sind sie wesenlos.
Und weil sie wesenlos sind, werden sie leer genannt.
Somit ist erwiesen, dass auch meine Rede,
weil sie abhängig entstanden ist,
wesenlos ist, und weil sie wesenlos ist, leer ist.
Wie aber Wagen, Kleider, Töpfe usw.,
obwohl sie abhängig entstanden und daher
von eigenem Wesen leer sind, trotzdem ihre verschiedenen Wirkungen ausüben,
nämlich das Holen von Holz, das Holen von Erde,
das Enthalten von Honig, Wasser und Milch,
das Schützen gegen Kälte, Wind und Hitze usw.,
ebenso führt diese meine Rede, obwohl sie
abhängig entstanden und daher wesenlos ist,
trotzdem den Nachweis der Wesenlosigkeit der Dinge.
Wenn du daher gesagt hast: Deine Rede ist wegen ihrer Wesenlosigkeit leer und
wegen ihrer Leerheit ist es nicht möglich,
durch sie das eigene Wesen aller Dinge zu widerlegen,
so ist das nicht richtig.
Um diese Aussage zu verstehen muss man jedoch das Sein (als Existenz) weglassen und
von der Idee des ewigen Werden ausgehen...
Zwei Fragen in den Raum gestellt.
Wo kommt diese Idee her bzw. ist die Idee (oder der "Wille" nach Schopenhauer) vielleicht die Ursubstanz?
Woher kommt das Wirkende bzw. wie ensteht es, denn scheinbar ist alles eine Illusion, nichtig und leer, aber das Wirkende bleibt?